Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
Mittwoch, 22. März 2006
KAFFEE.SATZ.LESEN 29 Premierenstimmung

Premierenstimmung bei der Märzausgabe von Kaffee.Satz.Lesen: der Schweizer Autor Christoph Simon stellt bei uns seinen neuen Roman „Planet Obrist“ vor. Ebenfalls druckfrisch ist der Berlinroman „Aus dem Leben des Manuel Zorn“, vorgestellt von der ehemaligen „Lassie Singers“-Frontfrau Almut Klotz. Neues auch aus Hamburg: Stefanie Schütz, frisch gekürte Trägerin des Hamburger Förderpreises für Literatur 2005, liest aus ihrem preisgekrönten Hörspiel „Potentielle Freunde“. Der Hamburger Blogger Eric Hegmann verrät, „warum Jungs so sind“, und die Hamburger Musikerin und Autorin Softwareherz präsentiert live ihre neue CD.

KAFFEE.SATZ.LESEN 29
Sonntag, 26.03.06, 16:00 Uhr
Baderanstalt
Hammer Steindamm 62
neben S-Bahn Hasselbrook
im Hinterhof, 5. Stock
5 Euro

mit

Christoph Simon
Almut Klotz
Softwareherz
Stefanie Schütz
Eric Hegmann

Christoph Simon *1972

lebt und schreibt in Bern. 2001 erschien sein erster Roman «Franz oder Warum Antilopen nebeneinander laufen», 2003 folgte «Luna Llena», ein Roman rund um eine Gelateria selben Namens. Texte erschienen in Anthologien und Zeitschriften, Kolumnen in Tages- und Wochenzeitungen. Christoph Simon gibt seit 1999 das Kurzgeschichtenblatt «Leuchtelement» heraus. In Christoph Simons neuem Schelmenroman „Planet Obrist“ (2005, Bilgerverlag, Zürich) gibt es ein Wiedersehen mit den Helden seines ersten Romans, Franz Obrist und MC, der Dachs, sind zurück. Mit fünfzehn Franken in der Tasche verlassen sie Bern und machen sich zu Fuß auf den Weg in die Mongolei. Obrist ist ein Vagabund, ein Dieb, ein Taugenichts, vielsagend oberflächlich, großherzig böse, manchmal diebisch, dann wieder vertrauenswürdig. Er beschwatzt Bauern, um eine Mahlzeit zu erhalten, er sucht Mäntel in Garderoben ab, um zu Geld zu kommen. Er führt Selbstgespräche, die als Diskussionen mit seinem Dachs getarnt sind. Franz Obrist kann uns verblüffen - mit seiner Konventionslosigkeit, mit seinem ungestillten Sucherdrang. Ein Individualist ureigenster Prägung. Er sitzt in einem Café in Innsbruck, in Ljubliana und träumt - vielleicht von der Mongolei, vielleicht vom Glück und wie es ohne unnötige Anstrengung zu erreichen ist, vielleicht von Venezuela Lüthi.....
(die redereihamburg e.V. präsentiert Christoph Simon mit freundlicher Unterstützung der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia)

Almut Klotz *1962

im Schwarzwald geboren, lebt und arbeitet seit 1985 in Berlin. Als Sängerin und Songwriterin war sie maßgeblich an der mittlerweile legendären Band Lassie Singers beteiligt. 1998 gründete sie zusammen mit Christiane Rösinger das Musiklabel Flittchen Records. Seit 1997 arbeitet sie als freie Autorin. Im November 2005 erschien das Romandebüt „Aus dem Leben des Manuel Zorn“ (Ventil Verlag, Mainz), das sie gemeinsam mit Reverend Christian Dabeler geschrieben hat.
Berlin ist Hauptstadt und damit in aller Munde - und Deutschland bekommt genau die Metropole, die es verdient ... Das Berlin, das Almut Klotz und Reverend C. Dabeler beschreiben, ist dementsprechend weder die coole Szenestadt aus dem "Polylux"-Think-Tank noch ein Kneipenparadies für Zuwandererkids. Das Berlin dieses Romans ist ein Moloch ohne Prenzlberg-Kuscheligkeit. Der Blick, den die Autoren durch die Augen ihrer Protagonisten auf die Stadt werfen, ist sarkastisch, zugleich aber auch traumhaft versponnen: Der Realität ist so oder so nicht zu trauen, real erscheint nur noch das Geschäft mit dem intensiven Erlebnis. Kein Wunder, dass die beiden nur scheinbar höchst unterschiedlichen Protagonisten in einer Agentur aufeinander treffen, die Erinnerungen gegen Cash anbietet - der "Agentur für Schlüsselszenen".

Stefanie Schütz *1968
studierte Bühnenbild an der "Hochschule der Künste Berlin".
Es folgten Engagements als Bühnen- und Kostümbildnerin an verschiedenen Theatern Deutschlands. Seit 1991 lebt sie als freie Autorin in Hamburg. Es entstanden zahlreiche Drehbücher für Spielfilm, Dokumentar-, Kurzfilm und Zeichentrick, realisiert u.a. von WDR und NDR, sowie den Produktionsfirmen Euro-Arts-Entertainment und Toons ’n’ Tales.
Für ihr Hörspielmanuskript „Potentielle Freunde“ erhielt sie den Hamburger Förderpreis für Literatur 2005.

Eric Hegmann

wurde am 6.6.66 in Würzburg geboren und versucht seitdem vergeblich, der Magie der Zahl 6 zu entkommen. Nach sechsjährigem Aufenthalt in München, einer Schauspielausbildung und einem journalistischen Volontariat, zog er in der schönsten Stadt Deutschlands in die für ihn einzig passende Ecke, nach St. Pauli. Er arbeitet als Autor und Kommunikationstrainer, wobei er sich erwartungsgemäß auf die privat-zwischenmenschlichen Themen konzentriert. Im Goldmann Mosaik Verlag erschienen seine beiden Ratgeber „Online-Dating“ und „Dating Regeln“. Seine Eltern bezeichneten ihn nach dem Erscheinen der Geschichtensammlung „Jungs sind so!“ bei Eichborn empört als „Sexmonster“, was er bei seinem Geburtsdatum als reine Erblast interpretiert. Für seine Erzählung „Heldenfrühstück“ wurde er 2004 für den Literaturpreis der Schwulen Buchläden nominiert.

Softwareherz

"Die Einsamkeit der Dörfer ist Kopfeinsamkeit. Die Einsamkeit der Städte ist Körpereinsamkeit."
Eins oder Null. Binärcode und Herzware. Kopie oder Original? Zarte Vögel in digitale Samples zerlegen. Elektronische Poesie für leere Herzkammern. Und alles wieder mal in kleine Pixel aufspalten: Die Liebe, das Weltall und den Sand am Meer. Texte, Musik, Beats: Softwareherz. Das Hörspiel der Musikerin und Autorin Softwareherz „Komm, lass unsere Haut Helium spalten“ ist Anfang 2006 im Hamburger Mairisch-Verlag erschienen.

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