Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
Montag, 10. April 2006
Traumhaft kochen mit Paul Bocuse

Dass ich nächtens gerne, viel und äußerst plastisch vom Kochen träume, davon berichtete ich bereits an anderer Stelle. Das ich aber, nach Jamie Oliver, auch mal mit Paul Bocuse kochen würde, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Ich stehe also in einer Restaurantküche, da kommt die Bildredakteurin einer Esszeitschrift rein (im Traum ist sie Servicefachkraft) und kündigt neue Gäste an. Draußen säßen drei Fotografen (die ich aus dem richtigen Leben kenne) und ich könnte schon mal die Amuse geule zubereiten. Ich mache mich ans Werk, da tritt Paul Bocuse auf mich zu und ich bin kein bisschen überrascht. Auch dass der folgende Dialog in fließendem Französisch gehalten wurde, obwohl ich nur äußerst bescheidene Französischkenntnisse habe, verwunderte mich nicht weiter.

Bocuse: „Na, Polsen, was kochen wir für die Leude?“
Paulsen: „ Soufflierte Kalbsbällchen mit Trüffel-Jus, die Gäste kenn ich, die stehen auf so Oldschool-Kram.“
Bocuse: „ Da muss aber noch was Frisches dazu!“
Paulsen: „ Ja, ich mache ein paar Lauch-Julienne dazu.“
Bocuse: „ In Frankreich hobeln wir immer üppisch rohe Zucchini drüber.“

Abgesehen davon, dass das erträumte Gericht sowieso großer Mist ist, denke ich in diesem Moment, rohe Zucchini, was für ein Schwachsinn, der Alte tickt echt nicht mehr richtig. Aber wer will bitte Paul Bocuse widersprechen?
„Großartige Idee, wau, Hammer!“, rufe ich, Bocuse lächelt triumphal und entschwindet.