Dem Herrn Paulsen sein Kiosk
Montag, 17. März 2008
Kein Kommentar?


Zur Zeit wird hier und da nachgedacht, ob das denn überhaupt sein muss mit diesen Comments. Frag ich mich auch schon lang. Das schöne am Bloggen ist natürlich die Möglichkeit in einen Dialog zu treten und bestenfalls zum eigenen Senf etwas Erhellendes beigetragen zu bekommen. Klingt gut, machen aber die wenigsten. Stattdessen finden sich in den Kommentaren allerorts überwiegend selbstherrliche Klugscheißer, unlustige Hobbykomiker, anbiedernde Claqueure und gelangweilte Querulanten mit zuviel Tages- und Nachtfreizeit. Ich selbst kommentiere nur noch im Notfall um nicht in den Verdacht zu geraten, einer dieser Gruppen anzugehören. Denn Achtung: das geht schneller als man denkt!

Eigentlich könnte man die Kommentarfunktion abschalten, es gelingt tatsächlich nur einem Bruchteil von Blogs unterhaltsame, eloquente und geistreiche Kommentatoren langfristig an sich zu binden. Andererseits fehlte dann der Dialog, das Feedback. Mich interessiert der Blickwinkel meiner Leser, mich interessiert Ihre Meinung. Da muss ich notgedrungen eben auch so manches Mal in den sauren Apfel der Fassungslosigkeit beißen. Ich vertraue einfach weiterhin auf die emotionale Intelligenz und den gesunden Menschenverstand meiner Besucher. Höflichkeit und ein freundlicher, respektvoller Ton bleiben in diesem Blog selbstverständlich und die Voraussetzung um zu kommentieren.

Links zum Thema:

"Freie Hatz für freie Bürger?"
Ein Artikel von Niklas Hofmann auf süddeutsche.de:

www.sueddeutsche.de

Die im Artikel zitierte Anke Groener hat schon 2005 die Kommentarfunktion abgeschaltet und erklärt (nicht nur den Lesern der Süddeutschen) noch mal warum. Verführerisch:

"Enjoy the silence"

www.ankegroener.de

Erhellendes zum Thema auch bei Johnny vom Spreeblick:

www.spreeblick.com

iso800 fordert „Konversation mit Gesicht“:

www.fabianmohr.de

und hat sehr schöne Kommentarregeln aufgestellt („bewegend!“, „man kommt ins Träumen!“):

www.fabianmohr.de

Und bei Stefan Niggemeier kann man schon seit Anfang März einfach abschalten (kann mir das jemand für mein Blog einrichten?):

www.stefan-niggemeier.de

... comment

erster
erster!



:)

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Immerhin bin ich ich dadurch jetzt wahrscheinlich der erste der das Wort Autorenverzweiflung ausserhalb Ihres Blogs verwendet,.olli.

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und ich wollte schon immer mal erster sein. Nie schien es mir passender, als unter Ihrem Text ...

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das triffts, leider
> es gelingt tatsächlich nur einem Bruchteil von Blogs unterhaltsame, eloquente und geistreiche Kommentatoren langfristig an sich zu binden

Genau das, was Du beschreibst: unterhaltsam, eloquent und geistreich – so wünscht man sich das; aber genau das führt zu zynischen Sichtweisen und Formulierungen, die manche a) nicht lustig finden oder b) mit scharfen Worten in die selbe Kerbe hauen.

Und die Autoren merken nicht, dass sie Teil des Problems sind.

Frei nach Bernstein: Die schärfsten Kritiker der Trolle, sind manchmal selber nicht so dolle.

Viele sollte versuchen, selbst freundlichere Einträge zu schreiben. Ich kann es leider auch nicht immer, weil „unterhaltsam, eloquent und geistreich“ leider der große Attraktor ist.

... Link

Mündet unterhaltsames, eloquentes Schreiben immer im zynischen Sichtweisen und Formulierungen? Ich denke nicht, das wäre ja furchtbar langweilig. Diese Masche alles immer ganz lustig ganz doof zu finden ist nämlich auch nicht Blog füllend.

Schöne Idee übrigens mit den Dim Comments:

blaukehlchen.twoday.net

... link

Doch, ich glaube, so ist das. Und es füllt sogar ganze Bücher. Hätte ich Schreib-Vorbilder, wären es: Oskar Wilde, Bill Bryson, Max Goldt, Wolf Schneider – Ich würde sie wahrscheinlich nicht einen Abend lang in echt ertragen.

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Bislang hatte ich nur einmal, vor vielen Jahren, das Vergnügen mit Herrn Goldt einen sehr späten, dafür sehr langen Abend zu verbringen. Er war sehr höflich und guter Laune und sprach wie er schreibt. Zum Abschied schenkte er mir einen Adressen-Aufkleber mit seiner damaligen Adresse. Manchmal führen mich meine Wege an dieser Adresse vorbei und ich winke dann dem unscheinbaren Häuschen freundlich zu.

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... Comment
eloquente und geistreiche Kommentatoren
.

... Link

genau, ziwo, DIE hat er gemeint. Also zurück in die Zelle!

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Wo sollen denn die unterhaltsamen, eloquenten und geistreichen Kommentare herkommen, wenn Du immer weniger in anderen Blogs kommentierst?

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Ahnte ich es doch, die Sache hat einen Haken. Ich komm dann mal rüber.

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So kann man es selbstverständlich auch machen. Ich hatte allerdings auch Ihre Kommentare in anderen Blogs im Auge. Warum sollte sich auch Geist und Eloquenz ausschließlich auf Ihr Weblog konzentrieren. Im Prinzip bin ich gegen Sozialismus, aber diese Eigenschaften sollten doch in allen Weblogs zur Verfügung stehen. Dies machte das Leben im weltweiten Netz sicher weitaus angenehmer.

In diesem Sinne: Alle unterhaltsamen, eloquenten und geistreichen Kommentatoren sind herzlich eingeladen, es Herrn Paulsen gleich zu tun und auch mir einen Besuch abzustatten.

Für die sogenannten Problogger böte sich eine Ausweitung in Form eines Blog-Karnevals zum Thema "Unterhaltung, Eloquenz, Geist" an.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", wie es noch zu Kästners Zeiten hieß. Oder aber "Yes we can", wie man heutzutage so schön zu sagen pflegt.

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Wo ist das Problem?
Mal ehrlich, ich sehe da keines.

Da gab es vor einiger Zeit mal diese seltsam anmutende Diskussion, welche Kommentare man wann und warum aus dem eigenen Blog löschen dürfe, ohne sich des Zensierens und des berechtigten Vorwurfes der Kritikunfähigkeit schuldig zu machen.

Mal ehrlich, ich lösche wann, warum und wo ich will und es ist mir piepschnurzegal, wer mich danach eines schwachen Selbstwertgefühles bezichtigt, denn genau das habe ich nicht.

Andererseits möchte ich auch die uneloquenten, ungeistreichen, unwitzigen, dafür aber manchmal sehr unmittelbaren und herzlichen Kommentatoren nicht missen, die in einfachen Sätzen ihr Innerstes auf links stülpen.

Da ist es wie im richtigen Leben: das eine geht nicht ohne das andere oder
man muß schon den ein oder anderen Kuhfladen ertragen können, um ein Edelweiß zu entdecken.

... Link

Hö?

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Kann man Sie eigentlich bei Problemen auch mal privat buchen, Frau Klugscheisser? Sie bringen alles immer so schön in Relation! (Ich geh jetzt mal Kuhfladen sammeln. Getrocknet ergeben auch die ein wärmendes Feuer.)

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Ich nehm' acht Euro die Stunde. Am Telefon auch mal bisschen weniger (Brigitte Lämmle ist sowas wie mein alter Ego).

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Daschagünstig, da ruf ich nächstes Mal an!

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Was ich zu erwähnen vergaß: die Kommentarfunktion ist am Telefon ausgeschaltet. Es gibt nur eine Bandansage.

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Oh ja, ich bin auch so ein kommentarschüchterner Mensch, eben weil man ja nicht doof auffallen will.
Aber ich liebe bekommentiert zu werden. Wenn mich mal ein Kommentar nervt (das waren bei mittlerweile insgesamt 5562 genau zwei - ich glaub ich hab eh die besten und nettesten Leser der Blogosphere) dann lösch ich den - da halt ich es mit der Frau Klugscheisser!

Und jetzt kommentier ich endlich mal wieder hier - bitte nicht ausschalten die Kommentarfunktion!
Find ich übrigens auch bei der Anke Gröner schade, da wollt ich auch schon ab und an was reinschreiben, ging aber nicht mehr.

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Kommentarschüchterne of the world,
unite and take over!

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